Woran erkenne ich „Mr. Right“?

Ob Blondschopf, rote oder schwarze Haare, mit blauen, grünen oder braunen Augen, groß, klein, dürr, dick, athletisch, muskelbepackt oder gemütlich, die Geschmäcker in Sachen Männer könnten unterschiedlicher nicht sein. Mr. Right muss nicht zwangsläufig Brad Pitt oder George Clooney heißen. Schließlich gibt es neben all der Optik noch ganz andere Merkmale, die ein Mann haben sollte. Nur welche? Nach welchen Kriterien entscheide ich, ob ein Mann zu mir passt oder nicht?

Mr. Right oder doch nicht so "right"?

Als ich noch jünger war, hatte ich eine Reihe von Verehrern, die mir zwar in gewisser Weise gefielen, aber trotzdem nicht kompatibel mit mir waren. Immer hatte ich etwas auszusetzen. Der eine war zu dies, der andere zu das. Ich fühlte mich ein wenig wie diese Prinzessin aus dem Märchen „König Drosselbart“, die einen Prinzen nach dem anderen verschmäht. Niemand schien Mr. Right für mich zu sein.

Bei allen fehlte das „gewisse Etwas“. Und so war auch mein erster Kuss die reinste Katastrophe. Ich spürte rein gar nichts. Außer einem nassen Lappen, der ordentlich durch meinen Mund wischte. Auch die darauffolgenden Küsse waren nicht viel besser. Zwar lernte ich meistens ganz nette junge Männer kennen, doch bis zu meinem allerersten richtigen Freund blieb es bei den Froschküssen.

Die Liebe mit dem vermeintlichen Mr. Right hielt ganze zwei Jahre. Wie das mit der meisten sogenannten ersten Liebe so ist. Aus heutiger Sicht weiß ich, dass wir viel zu jung und unreif für eine echte Beziehung waren. Außerdem haben wir schlichtweg nicht zueinander gepasst. Weder hat er mich und meine Bedürfnisse verstanden noch hatte er eine Ahnung davon, was ER wirklich will. Die meiste Zeit über hat er an mir rumgemäkelt und mich auch körperlich nicht sonderlich gereizt. Was ebenfalls einer seiner Kritikpunkte war. Dafür konnte ich aber nix. Wenn ich damals gewusst hätte, was ich heute weiß, wäre ich natürlich gar nicht erst mit ihm zusammengekommen. Aber hätte, hätte Fahrradkette. Ändern kann ich es eh nicht mehr.

Die Zeit verstrich. Egal, wen ich kennenlernte, immer fehlte etwas. Ohne, dass ich „es“ hätte beschreiben können. Es war wie verhext.

Bis ich Mr. Big begegnete

Er war ein Kommilitone von der Uni, der nicht nur die äußerlichen Merkmale besaß, die mir an einem Typ gefielen, sondern irgendetwas an sich hatte, was mich durch und durch faszinierte. Bei ihm spürte ich schon damals dieses „gewisse Etwas“, ohne es näher beschreiben zu können.

Einmal haben wir sogar auf einer Party miteinander rumgeknutscht. Ein Paar sind wir trotzdem nicht geworden. Obwohl ich mir das damals sehnsüchtig gewünscht habe. Leider habe ich sehr viel Unsinn gemacht in dieser Zeit. Dinge, auf die ich nicht gerade stolz bin. Nach der Uni ging jeder seines Weges. Vergessen konnte ich ihn aber nie.

Erst Jahre später, als ich bereits in einer festen, aber nicht ganz so glücklichen Beziehung war, kreuzten sich unsere Wege wieder.

Es traf mich mit voller Wucht!

Etwas, was ich so in dieser Form noch nie zuvor gespürt hatte. Ein ganzer Schwall an Gefühlen und Sehnsüchten überflutete mich und signalisierte jeder Zelle meines Körpers: „Das ist er! Das muss mein Mr. Right sein!“

Alles, was ich vorher empfunden hatte, war im Vergleich dazu maximal lauwarm. Bei ihm brannte ich lichterloh. Ich zog die einzig logische Konsequenz und trennte mich von meinem damaligen Freund. Und das, obwohl zwischen mir und Mr. Big rein gar nichts gelaufen war. Trotzdem wusste ich, dass ich nicht weiter an dieser kränkelnden Beziehung festhalten durfte. Mir selbst zuliebe und weil mein damaliger Freund, der eine Seele von Mensch ist, das einfach nicht verdient hatte.

Erst Monate später kamen Mr. Big und ich tatsächlich zusammen. Ich war im Himmel, schwebte über Wolke 8. Wenn wir zusammen waren, wurden Stunden zu Minuten. Wenn er mich berührte, vergaß ich alles. Und selbst, wenn wir uns nur unterhielten, war es als sei ich in einer vollkommen anderen Welt. Ein wahrgewordener Traum. Ein Märchen. Bei ihm spürte ich das allererste Mal in meinem Leben, wie es ist, wenn mich ein Mann voll und ganz als Frau wahrnimmt. Mit Leib und Seele.

Doch wie Märchen nun mal sind, erzählen sie einfach nur Geschichten, die nichts mit der Realität zu tun haben. Unsere endete dann auch irgendwann. Es gehört eben mehr zu einer richtigen Beziehung als eine riesengroße Flamme. An der kann man sich nämlich gehörig die Finger verbrennen … Da die Einzelheiten der Trennung für unser Thema hier jedoch völlig irrelevant sind, lasse ich sie mal weg. Wichtig ist nur, was ich daraus gelernt habe.

Mr. Big ist nicht Mr. Right

Wenn ich eins aus dieser Episode meines Lebens gelernt habe, ist es, dass ich nie wieder dauerhaft mit einem Mann zusammen sein konnte, der weniger Gefühle in mir auslöste als Mr. Big. Auch wenn er nicht mein Mr. Right gewesen ist. Dazu fehlten bestimmte Dinge, die mir wichtig sind. Nichtsdestotrotz war unsere Begegnung lehrreich für mich.

Seitdem weiß ich, dass mir Wolke vier nicht mehr reicht. Dieses laue Lüftchen, das dort weht. Ich kenne viele Frauen, die sich langfristig damit abfinden. Oder sogar für immer. Die irgendwann aufgeben, irgendwen heiraten und mit ihm Kinder kriegen. Nur, um nicht alleine zu bleiben. Oder, weil sie denken: „Mehr geht nicht.“ Auch ich dachte jahrelang, dass Wolke vier die maximale Liebesstufe ist, die ich jemals erklimmen kann. Inzwischen weiß ich es besser. Ich weiß, dass es sich zu warten lohnt. Auf den „Richtigen“. Mit dem einfach alles passt und man Nägel mit Köpfen macht.

Und dabei verzichte ich bewusst darauf, vom einzigen Seelenverwandten im ganzen Universum zu sprechen. Ich weiß nicht, ob es den in dieser Form tatsächlich gibt. Vielleicht gibt es sogar mehrere?! Außerdem steht nirgendwo geschrieben, dass dieser eine Seelenverwandte unbedingt ein Mann sein muss. Warum nicht eine Frau? Wie meine beste Freundin. Oder meine Oma. Oder wer auch immer. Fakt ist jedoch: Wenn du einem besonderen Menschen begegnest, der wirklich zu dir passt, dann macht es einfach klick. Es passt einfach. Ganz ohne Anstrengung und Komplikationen. Wie ein verschollenes Puzzleteil, das auf einmal auftaucht und dem Großen Ganzen einen Sinn gibt.

Doch woran erkenne ich denn nun den „Richtigen“?

Der Mr. Right Glücksbarometer

Damit du weißt, wann du es mit deinem Mr. Right zu tun hast, musst du deinen persönlichen Glücksbarometer aktivieren. Der misst nämlich ziemlich genau, wer zu dir passt und wer nicht. Aber stopp mal! Was genau ist bitte ein Glücksbarometer? Und wo finde ich ihn?

Ich verrate es dir: In deinem Bauch.

Hä?

Ja, richtig gelesen! Es geht um dein Bauchgefühl. Deine Intuition. Oder deine innere Stimme. Nenne es, wie du möchtest!

Wenn du ganz ehrlich zu dir selber bist, dann spürst du meistens instinktiv, ob ein Mann wirklich zu dir passt oder nicht. Also, ob du es mit deinem Mr. Right zu tun hast. Und zwar von Anfang an.

Das geht aber nur dann, wenn du dir im Klaren darüber bist, was DU selber willst und was DICH glücklich macht. Denn, wenn du deine eigenen Vorlieben, Wünsche und Hoffnungen nicht kennst, wie willst du dann erkennen, ob jemand zu dir passt? Dein Glücksbarometer zeigt dir also haargenau, wer Mr. Right für dich ist.

Woran erkennt der Glücksbarometer deinen Mr. Right?

Das ist gar nicht so kompliziert, wie du jetzt vielleicht denkst.

Alles, was du tun musst, ist dir nachfolgende Fragen offen und ehrlich zu beantworten und deiner inneren Stimme zu lauschen:

  • Ist dein Auserwählter notorisch unzuverlässigund nimmt dich nicht für voll?
  • Behandelt er dich nicht so wie du behandelt werden möchtest?
  • Oder bremst er dich ständig aus? Bei deinen Vorhaben oder Plänen – egal, ob persönlicher oder beruflicher Natur.
  • Kannst du nicht komplett „du selbst“sein in seiner Nähe?
  • Hast du das Gefühl, du musst dich irgendwie verstellen– ob bewusst oder unbewusst?
  • Bist du auffällig oft schlecht gelaunt in seiner Nähe
  • Empfindest du die Beziehung als anstrengend? Als eine Art Belastung?

Wenn du eigentlich nicht richtig glücklich bist oder sogar unter bestimmten Dingen heimlich oder offensichtlich leidest, dann solltest du dir ernsthaft Gedanken darüber machen, ob der Mann, mit dem du gerade zusammen bist, wirklich zu dir passt!

Oder ist es genau andersherum?

  • Dein Freund, Partner oder Mann trägt dich auf Händen und scheint instinktiv zu wissen, was dir guttut.
  • Du kannst dich neben ihm weiterentwickeln, weil er dich und deine Pläne unterstützt.
  • Du kannst dich in seiner Gegenwart komplett fallen lassen und weißt, dass er immer für dich da ist, wenn du ihn wirklich brauchst. Ihr ergänzt euch ganz natürlich.
  • Du genießt die Gesellschaft deines Partners. Euer Zusammensein fühlt sich für dich leicht und beschwingt an.

Wenn das so ist, dann steht dein Glücksbarometer auf „hoch“. Die Chancen, dass du es mit deinem persönlichen Mr. Right zu tun hast, sind demnach sehr gut. Das heißt jedoch nicht, dass man sich zwischendurch nicht streitet oder es gar keine Unstimmigkeiten gibt. Die kommen natürlich auch in dauerhaft glücklichen Beziehungen vor.

Fassen wir noch einmal kurz zusammen:

Zieht dich dein potenzieller Mr. Right herunter oder hebt er dich hoch?

Das sind die zwei wesentlichen Fragen, die du dir stellen solltest. Dich selbst kannst du sowieso nicht langfristig zum Narren halten. Deine innere Stimme, dein Unterbewusstsein weiß im Grunde immer ganz genau, was du wirklich willst. Nur ist das so ‘ne Sache mit dem Unterbewusstsein …

Erstens will man nicht immer wahrhaben, was einem sein Bauchgefühl sagt. Weil man verständlicherweise nicht alleine bleiben möchte oder der Leidensdruck noch nicht groß genug ist „Es könnte schließlich schlimmer sein.“

Zweitens ist deine innere Stimme vielleicht nicht laut genug und du kannst sie gar nicht hören. Weil du deine eigenen Wünsche und Bedürfnisse eventuell (noch) nicht gut genug kennst.

Meine klare Empfehlung lautet:

Wenn du dich nach einer stabilen und glücklichen Beziehung sehnst, dann gib dich NIE mit weniger zufrieden als deinem GANZ PERSÖNLICHEN MR. RIGHT. Jemanden, der dich happy machen kann, dich wertschätzt und dein Glücksbarometer dauerhaft im Hoch hält.

Ich war lange Zeit der Ansicht, dass es für mich besser sei, alleine zu bleiben, als eine lauwarme Beziehung auf Wolke vier zu führen. So habe ich etwa sechs Jahre am Stück als Single verbracht. Das ist aber nicht jedermanns Sache. Es war auch nicht immer leicht für mich. Trotzdem habe ich es nie bereut. Nach allem, was ich bisher in meinem Leben erlebt und aus den Erzählungen anderer mitgenommen habe – kann ich nur sagen, dass es sich definitiv nicht lohnt, sein Leben lang halbgare Beziehungen zu führen. Sie machen dich langfristig nämlich nur unglücklich.

Also: Hör auf deine innere Stimme! Sie zeigt dir, wo es langgeht. 

Alles Liebe!

Deine Frau Sweet

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.